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Wenn der Motor fremdgehen soll

Wenn der Motor fremdgehen soll

Veröffentlicht am 31.10.2022

Mit dem Wissen, wie die unterschiedlichen Motoren funktionieren, sind Sie in der Lage, Triebfahrzeuge unterschiedlicher Herkunft auf das eine oder andere H0-System umzurüsten. (Für die anderen Spurweiten bestehen diese Unterschiede zum Glück nicht.) Zwar bieten die meisten Hersteller einen großen Teil ihrer Triebfahrzeuge auch für das jeweils konkurrierende System an, doch nicht immer ist das Wunschmodell dabei oder man hat ein interessantes Stück geerbt oder ersteigert, das nun auf das eigene System anzupassen ist.

Bild Umbau Bild Umbau Gleichstromlok auf Wechselstromsystem

Nehmen wir an, Sie wollten eine Gleichstrom-Lok auf einer Märklin-H0-Anlage betreiben. An mechanischen Voraussetzungen ist mindestens ein Skischleifer unter der Lok anzubringen und richtig zu verdrahten, um das Mittelleiter-System zu nutzen. Der Motor kann allerdings mit der Wechselspannung herzlich wenig anfangen, er wird höchstens ein unwilliges 50Hz-Brummen von sich eben. Mit Dioden können wir die Wechselspannung zerlegen, so dass nur eine Halbwelle den Motor erreicht. Die Halbwelle ist einer pulsierenden Gleichspannung vergleichbar, der Gleichstrommotor beginnt zu drehen –  allerdings nur in einer Richtung, weil es kein Umpolen gibt. Es bedarf also weiteren Aufwands, zum Beispiel eines Richtungswechslers wie bei Märklin, um dieses Fahrzeug in beiden Richtungen zu betreiben.

Weil auf Wechselstrom-Mittelleiter-Anlagen der Fahrtrichtungswechsel ein wenig anders funktioniert als bei Gleichstrombahnen, benötigt die Lok den Überspannungsschalter als Nachrüstung. Damit haben wir schon alles beisammen. Die beiden Ausgänge des Stromstoßrelais wechseln nicht zwischen den Feldspulen eines Wechselstrommotors, sondern steuern zwei antiparallel geschaltete Dioden an, die je nach Schalterstellung die positive oder die negative Halbwelle auf den Motor leiten – fertig ist der Fahrtrichtungswechsel nach Märklin-Manier auch für Gleichstromloks. Allerdings mit heftigem Aufwand und Leistungsverlust.

Wechselstromlok auf Gleichstromsystem

Bild UmbauBild Umbau

Wollen wir den umgekehrten Schritt vollziehen, gibt es andere Dinge zu berücksichtigen. Zunächst einmal lässt sich der Allstrommotor problemlos auch mit Gleichspannung betreiben, aber auch hier ist die wesentliche Hürde der Fahrtrichtungswechsel. Auch hier kommen zwei Dioden zum Einsatz, diesmal ersetzen sie den Überspannungsschalter komplett und verteilen die Stromflussrichtungen (= Fahrtrichtungen) des Gleichstromsystems auf die beiden Feldspulen. Damit wird die eindeutige Abhängigkeit der Fahrtrichtung von der Stellung des Fahrtreglers auf diesen Loktyp anwendbar. Der mechanische Aufwand des Umbaus ist hier allerdings wesentlich höher. Den Skischleier auszubauen, ist noch der geringste Aufwand, doch die beiden Schienen dürfen nicht durch das Lok-Inventar kurzgeschlossen werden. Das bedeutet den Austausch sämtlicher Radsätze und die Kontrolle, ob eventuell irgendwelche Teile innerhalb der Lok zwischen den Rädern beider Seiten elektrische Verbindungen herstellen.

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